Der Geschmack Europas - neue Serie samstags, 15:00, in 3Sat

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      justbig schrieb:

      Diese Sendung, die ich mir "erzappt" hatte, hat mir gut gefallen.
      Was mich aber wirklich gestört hat, ist die "salbungsvolle" Sprechweise des Sprechers.
      Diese Stimme kenne ich aus anderen Koch-Dokus (bilde ich mir zumindestens ein) und die Art zu sprechen geht mir schon seit Jahren auf den Geist

      Ich denke, dass ich andere Folgen auch "nachsehen" werde.


      ich finde, diese Sprache gehört dazu, alles zusammen ergibt den wunderbaren Reiz dieser Sendung. Besonders gut hat mir Flandern gefallen, wohl auch deshalb, weil ich grad im letzten Jahr die gezeigten Städte besucht habe.
      Nun ja, auch Galizien war wunderschön ......... mir hat bisher jede Folge gefallen.
      heute eine ziemlich dürre Sicht auf Süd-Dänemark / Nord-Schleswig.
      Schade - ich hatte mir mehr erwartet; aber vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, denn ich habe eine besondere Beziehung zu dieser Gegend: eine Linie meiner Vorfahren stammt von dort:
      besitze eine Urkunde von 1823 "Erlaubnis zur Haus-Copulation", anlässlich einer Hochzeit ausgestellt vom Grafen zu Rantzau im Namen des Königs von Dänemark,
      ein Ur-Ur-Großvater kämpfte 1864 auf den Düpeler Schanzen,
      aber vor allem bewahrte uns 1945-47 die "dänische Schulspeisung" vor Hunger.
      Das Rezept "Scholle in Strudelteig" werde ich ausprobieren.
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.
      Mir hat er gefallen – der Landstrich zwischen den Meeren mit seinen Weizen- und Roggenfeldern, mit den herrlichen Kartoffeln und den Feldrändern, die mit Blumen bepflanzt werden – es wird die Nützlichkeit ausprobiert, aber sie sehen auch schön aus, so wurde uns erklärt. Wie wunderschön ist der blaue Himmel mit seinen weißen Wolkenfeldern, es lässt sich herrlich träumen und überlegen, was die Wolken darstellen. Wie wunderschön sind die akkuraten Häuser, die unter Reetdächern vor Wind und Wetter Schutz suchen, ich mag diese Landschaft und ich mag die nordische Küche. War er nicht ein Traum, dieser Eierkuchen, der so recht dem rauen Klima oben im Norden trotzt? Die Schollen, ich wickel sie nicht Teig ein, bei mir werden sie ausschließlich leicht bemehlt und dann in ausgelassenem fetten Speck goldbraun und knusprig gebraten, dazu ein paar kleine Pellkartoffel und mehr braucht es nicht. Wenn ich viel Muße habe, geht es westwärts an die Nordsee, dort warte ich auf den nächsten Kutter, der mir bestimmt ein paar Krabben mitgebracht hat, Herz, was willst du mehr.

      Balsam schrieb:

      Wenn ich viel Muße habe, geht es westwärts an die Nordsee, dort warte ich auf den nächsten Kutter, der mir bestimmt ein paar Krabben mitgebracht hat, Herz, was willst du mehr.

      Als Schüler am Bremer "Alten Gymnasium" lief ich mittags öfter mal runter zur Schlachte und holte zappelnde Schollen direkt vom Kutter. Das gibt's längst nicht mehr. Auch an den dänischen Küsten sind die Berufsfischer längst verdrängt (wie im Film eindrucksvoll gezeigt wurde), weil der karge Fang ihre Familien nicht mehr ernährt und vor allem, weil die Trawler alles wegräumen. Vor ein paar Jahren (nach den Küchenschlacht-Aufnahmen im März 2010, wo ich "Limande Helgoländer Art" zubereitete) wollte ich unbedingt daheim auch nochmal LImande (Kliesche) auf den Tisch bringen; ich bestellte sie bei der "deutschen see" (NL Neu-Ulm) und bekam erst nach 2 Wochen 4 Stück, weil da erst ein dänischer Fischer am Vortag 4 Klieschen als Beifang an Land gezogen hatte!
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.
      In Langballigau an der Flensburger Förde gibt's im Hafen noch Scholle direkt vom Kutter!
      Wenn wir dort sind, nehmen wir uns immer reichlich mit heim.
      Dann gibt's ein großes Schollenessen mit Freunden bei uns im Garten.
      Gebraten werden sie in unserer großen gusseisernen Pfanne ( 60 cm Durchmesser) .
      Irgendwann diesen Sommer fahren wir wieder hin.... :)
      Viele wollen etwas sein, kaum einer will was werden!

      f.p. schrieb:

      Balsam schrieb:

      Wenn ich viel Muße habe, geht es westwärts an die Nordsee, dort warte ich auf den nächsten Kutter, der mir bestimmt ein paar Krabben mitgebracht hat, Herz, was willst du mehr.

      Als Schüler am Bremer "Alten Gymnasium" lief ich mittags öfter mal runter zur Schlachte und holte zappelnde Schollen direkt vom Kutter. Das gibt's längst nicht mehr. Auch an den dänischen Küsten sind die Berufsfischer längst verdrängt (wie im Film eindrucksvoll gezeigt wurde), weil der karge Fang ihre Familien nicht mehr ernährt und vor allem, weil die Trawler alles wegräumen. Vor ein paar Jahren (nach den Küchenschlacht-Aufnahmen im März 2010, wo ich "Limande Helgoländer Art" zubereitete) wollte ich unbedingt daheim auch nochmal LImande (Kliesche) auf den Tisch bringen; ich bestellte sie bei der "deutschen see" (NL Neu-Ulm) und bekam erst nach 2 Wochen 4 Stück, weil da erst ein dänischer Fischer am Vortag 4 Klieschen als Beifang an Land gezogen hatte!


      Ähnlich erging es mir, wir wohnten in Hamburg-Altona und es gab für mich als Kind nichts Schöneres, als wenn wir uns sonntags am frühen Morgen auf den Weg machten und auf dem Hamburger Fischmarkt die lebenden Schollen holten. Es war schon eine mühselige Arbeit, die sauber zu machen, aber meine Mutter tat es gerne. Mittags gab es den Fisch zu dem Kartoffelsalat, den meine Mutter verstand zuzubereiten, wie ich ihn nie wieder gegessen habe. Ich bin bemüht, aber es gibt schon so einige Gerichte, die „es bei Muttern“ gab, die ich „kopiere“, aber nie erreiche. Vielleicht sind es auch nur meine Fantasie und meine Kindheitserinnerungen, die die Gerichte so köstlich erscheinen lassen. Jetzt fahren wir zweimal im Jahr an die Nordsee, dort landet jeden Morgen der Kutter mit Schollen – Sandschollen sind ein Gedicht – und Krabben. Ich bereite sie auch selber zu und es ist immer wieder ein Grund, weshalb wir die See und den Norden so lieben.
      Heute also Böhmen.
      Treffend die Charakterisierung als Land, in dem man jahrhundertelang das Zusammenleben verschiedener Völker erprobt hat, bis dieses Experiment in einer blutigen Orgie zu Grabe getragen wurde.
      Karlsbad heißt seither Karlovy Vary, doch sprechen dort viele Menschen, wie selbstverständlich, (wieder) deutsch; und dies wurde nebenbei, wie selbstverständlich, erwähnt. Dies so dezent als "selbstverständlich" darzustellen, fand ich gut. Die ewig Gestrigen beider Seiten verlieren an Resonanz. Unser Sohn ist beruflich häufig in Tschechien und findet dort ebenfalls diese Normalität; und ich war 1964 für 2 Wochen mit einer Studentengruppe in Prag, Theresienstadt, Karlsbad, ..., und unsere Gastgeber redeten mit uns deutsch, fanden es selbstverständlich, dass wir ihre Sprache nicht beherrschten.
      Gut also, Böhmen so im Herzen Europas zu zeigen.
      was an Kulinarischem gezeigt wurde, war ebenfalls schön aufbereitet, und heute gefiel mir auch der Kommentator. Am urigsten die 2m tiefen Öfen, die man wiederentdeckt hat und in denen Spanferkel köstlich gebacken wurden. Faszinierend die Pogatschen- und Lebkuchen-Kunst. Wiesers kläglicher Versuch, es auch zu probieren, zeigte dann ja auch den Schwierigkeitsgrad...
      insgesamt heute eine schöne Sequenz dieser Europa-Serie.
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.
      Wir haben es heute auch gesehen und dabei gemütlich Kaffee getrunken.
      Das Spanferkel war ja super im Erdofen.

      Die karpfenteiche fand ich auch spannend.
      Sie erinnerten mich an meine Kindheit.
      Meine Mutter war eine super Köchin und ihre Torten waren mmmmh.
      Im Winter gab es bei uns Karpfen mit Fliederkräude Sosse. Im Herbst ging es mit dem Fahrrad und Eimer zu den Fliederbüschen.
      Dort haben wir unsere Eimer mit Flieder gefüllt und es ging zurück. Dann wurden die Beeren abgestreift und unsere Mutter hat ihn dann zu Mus eingekocht. Legendär war auch ihr Holunder Likör.

      tomatensalat schrieb:

      Wir haben es heute auch gesehen und dabei gemütlich Kaffee getrunken.
      Das Spanferkel war ja super im Erdofen.
      Die karpfenteiche fand ich auch spannend.
      Sie erinnerten mich an meine Kindheit.
      Meine Mutter war eine super Köchin und ihre Torten waren mmmmh.
      Im Winter gab es bei uns Karpfen mit Fliederkräude Sosse. Im Herbst ging es mit dem Fahrrad und Eimer zu den Fliederbüschen.
      Dort haben wir unsere Eimer mit Flieder gefüllt und es ging zurück. Dann wurden die Beeren abgestreift und unsere Mutter hat ihn dann zu Mus eingekocht. Legendär war auch ihr Holunder Likör.

      Erläuterung für Leute südlich des Weißwurscht-Äquators:
      "Flieder" = Holunder
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.
      heute wurde die Lausitz vorgestellt.
      Kulinarisch war's rustikal. Natürlich die Spreewaldgurken, Leinöl, Quark, Kartoffeln ...
      Aber immerhin kam auch ein Sternekoch ins Bild und zelebrierte gebeizte Forelle mit Salat- und Ringelblumenblättchen.
      Animierend die Tour im Nachen über die Spreewald-Gräben und -Flüsschen, von denen es 1.500 km gibt.
      Schade, dass ich die Paddeltouren (mit Marika édesi Söhnen und meiner Tochter) mit dem "Puck" aus der DDR in den 70ern nicht dort machen konnte, sondern in Schweden und hier im Ländle. Jetzt ist's zu spät.
      Melancholisch wurde der Film, als der Braunkohle-Abbau gezeigt wurde. 127 Dörfer wurden schon vernichtet und damit jedes Mal ein Stück sorbische Kultur, und dieser Wahnwitz geht immer noch weiter!
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.
      @f.p., lieber Friedrich, es nie zu spät - nimm aber reichlich Mückenspray mit ;)
      Was sie aber nicht gezeigt haben, ist der einzigartige sorbische Käse mit Maden gereift <X
      LG nach Ulm - nächstes Wochenende sind wir ganz in der Nähe (Familienbesuch).

      el tomate schrieb:

      @f.p., lieber Friedrich, es nie zu spät - nimm aber reichlich Mückenspray mit

      also, die Schnaken ("Mucken" sind ja im Ländle, wie ich damals schnell gelernt habe, die zwar lästigen, aber harmlosen Stubenfliegen) haben uns überall gequält, ob in Schweden auf dem Asnen, auf der Donau, Lauter, Iller,....
      aber meinen Puck habe ich schon vor Jahrzehnten verschenkt, als die "Kinder" aus dem Haus waren.
      Ich könnt's vielleicht noch a bisserl, aber allein, ohne Marika édes, macht's keine Freude. Und für sie, mit ihrem "Steinbruch" im Rücken, wär' Paddeln Gift. Wir genießen unser Leben aber noch immer, Mobilität ist relativ.
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.

      el tomate schrieb:


      Was sie aber nicht gezeigt haben, ist der einzigartige sorbische Käse mit Maden gereift <X
      LG nach Ulm - nächstes Wochenende sind wir ganz in der Nähe (Familienbesuch).


      sind tatsächlich Maden in dem Käse, so wie in dem Casu Marzu aus Sadinien?
      Dieser Käse enthält lebendige Maden, die aus den Eiern einer bestimmten Fliege schlüpfen.
      Oder meinst die den Altenburger Milbenkäse ?
      Es muss nicht immer alles Sinn machen. Oft reicht es schon, wenn es Spass macht.

      chilli schrieb:

      el tomate schrieb:


      Was sie aber nicht gezeigt haben, ist der einzigartige sorbische Käse mit Maden gereift <X
      LG nach Ulm - nächstes Wochenende sind wir ganz in der Nähe (Familienbesuch).

      sind tatsächlich Maden in dem Käse, so wie in dem Casu Marzu aus Sadinien?
      Dieser Käse enthält lebendige Maden, die aus den Eiern einer bestimmten Fliege schlüpfen.
      Oder meinst die den Altenburger Milbenkäse ?

      egal, welcher!
      Lebensmittel, die sich bewegen, ekeln mich - das ist zwar irrational, aber unüberwindbar.
      und Marika édes geht's nicht anders: sie sah als 8-Jährige im Viehwaggon auf der Flucht aus Ungarn, wie eine fast blinde alte Frau sich Speck samt Maden einverleibte ....
      Besser mr denkt älles, was mr sagt
      als mr sagt älles, was mr denkt.
      nööö, egal ist es mir nicht, ich wills wissen, nicht essen. :fingertipp:
      Käse mit Maden ist in De eigentlich verboten, Milbenkäse nicht.
      Es muss nicht immer alles Sinn machen. Oft reicht es schon, wenn es Spass macht.

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